Strategie
Gemeinwohlbilanz am Wilden Kaiser
Nachhaltigkeit messbar machen
Für gewöhnlich soll eine Bilanz anhand finanzieller Kennzahlen eines ausweisen: Die Vermögenswerte eines Unternehmens. Was, wenn man die Bilanz eines Unternehmens, Vereins, Institution und ähnlichen Institutionen aber so anlegen würde, dass diese Aufschluss darüber gibt, inwieweit durch das wirtschaftliche Handeln eines Unternehmens, ein Beitrag zum Gemeinwohl geleistet wird?
Genau diesen Anspruch verfolgt die Gemeinwohlbilanz – ein Instrument, das aus der sogenannten „Gemeinwohlökonomie“ kommt. Dabei wird eine gesellschaftliche Veränderung in Richtung eines verantwortungsbewussten, kooperativen Miteinanders angestrebt. Erfolg soll nicht primär an finanziellen Kennzahlen gemessen werden, sondern eben auch anhand seines Beitrags zum Gemeinwohl.
Der Tourismusverband Wilder Kaiser hat im Jahr 2019 eine solche Gemeinwohlbilanz erstellt, damit ist er der erste TVB, der diesen Schritt getan hat. Gemeinsam mit anderen Unternehmen und Institutionen im Bezirk Kufstein hat man sich dieser Aufgabe in einem gemeinsamen und längerfristigen Prozess angenommen. Dabei bietet die Gemeinwohl-Bilanz einen 360-Grad-Blick auf die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung und liefert eine wertvolle Basis für strategische Entscheidungen in einem Unternehmen.
Anhand der Gemeinwohl-Matrix können die Stärken eines Unternehmens dokumentiert und nächste Ziele mit allen Berührungsgruppen/Stakeholder*innen auf dem Weg zum Gemeinwohl aufgezeigt werden. Die Orientierung erfolgt an vier Wertensäulen der Gemeinwohl-Ökonomie: Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung.
Interview zur Gemeinwohl-Bilanz
Gemeinsam mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen wurde 2018 das Projekt Gemeinwohl-Ökonomie im Bezirk Kufstein gestartet. Auch der Tourismusverband Wilder Kaiser unter der federführenden Leitung von Geschäftsführer Lukas Krösslhuber war an diesem Projekt beteiligt. Die Gemeinwohl-Bilanz der Region Wilder Kaiser konnte nach einem arbeitsintensiven Prozess im Herbst 2019 finalisiert werden.
Im folgenden Abschluss-Interview erhalten Sie spannende Einsichten in den Arbeitsprozess und erfahren mehr über die Erkenntisse, die daraus gezogen wurden.